Die Augen – Der Spiegel der Seele
Oftmals hört man den Spruch: „Die Augen sind der Spiegel der Seele“. Das mag so sein, denn Augen können nicht lügen. Die „Wahrheit“ lässt sich in den Augen nicht verbergen, wenn jemand sie zu sehen bereit ist. Doch jeder Spiegel hat zwei Seiten. Er spiegelt die Außenwelt und zeigt sich auch selbst.
So ermöglichen Spiegel es uns auch, uns selbst zu sehen. Somit sagen uns die Augen der anderen auch etwas über unsere eigene Seele. Und wenn unser Blick auch noch so klar ist, wie man/ frau oft glaubt, wird er immer auch durch unsere eigenen Anteile wie z.B. Wünsche, Ängste und Emotionen beeinflusst. Wahrnehmung ist immer ein Produkt seines/ Ihrer Erzeugers/ Erzeugerin.
Wenn ich in jemanden verliebt bin, werde ich z.B. genau jene liebenswerten Seelenanteile im anderen Auge sehen, nach denen ich mich sehne, weil ich es mir so wünsche. Die "negativen" nehme ich zu diesem Zeitpunkt wohl kaum wahr. Glaube wohl auch ziemlich schnell, dass auch der anderen mich liebt.. weil ich es tue. Das nennt sich "selektive " Wahrnehmung...
Habe ich dagegen Angst, jemanden zu verlieren, werde ich auch diese Anteile bei den anderen sehen. Vor allem die Dinge, die wir nicht an uns mögen, unsere Schatten, wollen wir natürlich nicht gerne sehen.
Deshalb haben viele Menschen, Mühe anderen in die Augen zu schauen. Nicht weil, sie nicht an demjenigen/ derjenigen und ihrem Befinden interessiert sind. Sondern weil sie Angst haben, sich selbst dabei zu erkennen. Sich selbst zu begegnen erfordert den größten Mut.
Was sehe ich in den Augen anderer: Ich „sehe“ oder besser „schaue“ mit meinem 3. Auge durch die Augen in das Herz der Menschen und finde... MICH.
Lasse mich berühren und versuche zu verstehen. Dich. Mich.
Versuche zu vergeben. Dir. Mir.
Begegne der Liebe, in Liebe den Menschen... und somit auch mir selbst.
Copyright by Ulrike Stroß