ich sehe den Trotz nicht unbedingt als negativ an.... wie so viele behaupten... es heißt doch immerhin auch "dem Wetter und den Stürmen trotzen"... für mich bedeutet Trotz eine gesunde normale Reaktion auf Frustration... wie dieser Trotz dann aussieht, ist wohl entscheidend. Ich kann hergehen und rund um mich schlagen... oder ich kann mich lernen zu schützen und mich jenen versagen, die mir weh getan haben... das ist mein Recht.
Wäre ich nicht von der "Widerstandsfront" wäre ich nicht auf der Welt... denn meine Mutter wollte mich bereits im Mutterleib mit Stricknadeln erstechen... doch es ist ihr nicht gelungen... worüber sie erst mal sehr enttäuscht, aber auch ziemlich erstaunt war... und irgendwann auch froh...
Mein Trotz hat mich in meinem Leben schon oft wieder aufgerichtet, wenn ich dachte, es geht nicht mehr weiter... so nach dem Motto: "Und jetzt erst recht! Das werde ich doch sehen, ob das zu schaffen ist!" Er ist meine "Notration" an Energie, wenn alle Stricke reißen... Ich bin froh, dass ich ihn haben darf.
Gott erhalte mir meinen Trotz... es werden noch viele Stürme kommen... noch so manches Gewitter wird zu überstehen sein... in den Bergen ist das Wetter unberechenbar... ich weiß es, ich bin dort aufgewachsen... unser Nachbarhaus wurde durch einen Kugelblitz in die Luft gejagt, an dem Tag als ich geboren wurde... eine Gerölllawine hätte unser Haus beinahe mitgerissen... ich sah dabei zu... Und noch heute bekomme ich ein komisches Gefühl in der Magengrube, wenn es donnert und blitzt...
Die Frage ist jetzt nur noch:
„Trotze ich dem Leben... oder dem Tod?“ ... ich weiß es nicht.