Die Steinheilkunde ist die Kunst mittels von Steinen die seelische und/ oder körperliche Gesundheit zu erhalten bzw. zu verbessern.

Die Steinheilkunde ist ein sehr altes Heilwissen der Menschheit, wobei man davon ausging, dass die Energieschwingungen und die Schönheit der Steine die Seele des Menschen ansprechen und darüber hinaus man in ihrer kristallinen Gestalt das Wirken weiser göttlicher Kräfte verspürt. Durch den Einsatz von Steinen konnten Priester aber auch Heiler schon sehr früh einen Einklang zwischen dem Körper und der Seele eines Menschen bewirken.
Steine können sowohl zur (unterstüztenden) Behandlung körperlicher als auch seelisch / psychischer Erkrankungen benutzt werden. Viele Menschen glauben, dass der Glaube daran, eine notwendige Voraussetzung für die Wirksamkeit von Steinen sei. Dem ist jedoch nicht so. Ich würde es mehr den Wunsch nach Heilung nennen, der eine Wirkung fördert oder blockiert. Letzten Endes ist es immer der Mensch selbst, der sich heilt... durch seine eigenen Heilungskräfte.
Die Wirkung eines Heilsteins ist wie bereits gesagt, zunächst einmal unabhängig davon, ob jemand daran glaubt oder nicht. Dies lässt sich auch daran sehen, dass Steine sowohl bei Kleinstkindern, bei Tieren und Pflanzen und auch bei Menschen, die der Steinheilkunde sehr skeptisch oder gar ablehnend gegenüberstehen, mit zum Teil großem Erfolg wirken. Verweigert sich jemand jedoch bewusst oder unbewusst die Heilung, kann auch der kräftigste Stein nichts ausrichten. Eine Seele, die sich gegen einen Entwicklungs-Prozess, und eine Heilung ist auch immer ein solcher Prozess, verschließt, wird davon nicht profitieren können. Doch ich denke, das ist auch bei allen anderen (auch medizinischen) Mitteln und Therapien so. Wenn der Mensch nicht gesund sein will oder kann (jede Krankheit hat ja auch einen „Nutzen“ für den Kranken), wird nichts ihn gesund machen können. Wenn er jedoch den Willen zum Gesundsein in sich trägt, wird seiner Genesung kaum etwas im Wege stehen. Die Steine können dabei als gute Unterstützung wirken oder werden dazu benötigt, den inneren Entwicklungsprozess in Gang zu setzen.
Geschichte der Steinheilkunde
In früheren Zeiten der Antike betrachteten die Menschen Steine, genauso wie alles andere in der Natur, als etwas Lebendiges. Und da die Menschen die Kräfte der Natur besser verstehen und sich vorstellen können wollten, wurden sie personalisiert. Das bedeutet, dass sie menschliche Gestalt annahmen und sich auch so verhielten. Sie wurden zu Göttern mit menschlichen Eigenschaften „umfunktioniert“. Diesen Göttern, von denen sich die wichtigsten weltweit in allen Kulturen befinden (z. B. der Donnergott), wurden die Eigenschaften und Kräfte der Natur zugeschrieben. Darunter auch die Planeten, Heilpflanzen und Steine.
Eine Steinheilkunde in unserem Sinne, gab es damals noch nicht. Allerdings wurde das Heilen mit Steinen als genauso natürlich angesehen, wie das mit Kräutern. Es gab keinen Unterschied zwischen einer medizinischen Behandlung und einem religiösen Ritual. Denn die Kräfte der Götter umfasste alles, was die Menschen wahrnehmen konnten, die ganze Welt... das gesamte Sein. Den Steinen kam aber schon damals eine besondere Bedeutung zu, wobei die Steinheilkunde zu dieser Zeit sehr eng mit der Astrologie verknüpft war. Steine wurden als „handhabbare“ Planeten betrachtet, als Ausdruck göttlicher Kräfte, die zur Heilung herbeigerufen werden konnten. So gab es auch schon in der Antike Niederschriften über die Wirkungsweisen von Steinen, die in den folgenden Jahrhunderten immer wieder abgeschrieben wurden.
Im Mittelalter ging viel von dem Wissen der Antike verloren. Einerseits änderte sich die Schreibweise der Namen, andererseits der Gebrauch der Worte selbst, wodurch die meisten Überlieferungen unbrauchbar wurden. Geändert hat sich diese Situation erst im 12. Jahrhundert durch die Benediktineräbtissin Hildegard von Bingen, die heutzutage vor allem als durch ihre Werke über Kräuter, deren Wirkung und Anwendung bekannt geworden ist. Sie hat sich auch mit der Heilwirkung von Edelsteinen beschäftigt. Dabei hat sie als erste Person seit der Antike neue Erkenntnisse zur Wirkung von Steinen niedergeschrieben.
Hildegard von Bingen
Hildegard von Bingen wurde im Jahr 1098 in Bermersheim bei Alzey geboren und stieg im Laufe ihres Lebens bis zur Äbtissin eines Benediktinerklosters auf. Sie war eine sehr resolute Persönlichkeit, die es sich nicht einmal scheute, den Papst selbst zu schelten. Hildegard schuf ein für ihre Zeit einzigartiges theologisches und heilkundliches Werk, in welchem sie den Menschen als eine Einheit von Körper, Geist und Seele betrachtete, eine Sichtweise, die im Mittelalter nicht mehr weit verbreitet war.
Besonders bemerkenswert ist ihre von der kirchlichen Sicht der Dinge weit abweichende Beschreibung der Welt: Wo ihre Kollegen die Erde als elendes Jammertal verdammen, predigt sie die Schönheit und die göttliche Natur der Schöpfung. Anstatt alles Materielle und die Verlockungen der Welt als Werk des Teufels zu verdammen, sieht sie die Aufgabe eines jeden Menschen darin, sein Bestes zu tun um die Schönheit der Schöpfung zu erhalten und auszufüllen. Für sie gereichte es nicht Gott zur Ehre, der Welt und ihren Versuchungen zu entfliehen, sondern sich im Gegenteil ihnen zu stellen und sich an dem Gesamtwerk der Welt aktiv zu beteiligen.
Alle Erkrankungen unter denen ein Mensch leiden kann, führt Hildegard darauf zurück, dass dieser Mensch sich nicht seiner Lebensaufgabe stellt, sondern von ihr abweicht; also darauf, dass ein Mensch nicht mehr seine wirklichen, inneren Ziele im Leben verfolgt. Diese Auffassung Hildegards deckt sich weitgehend mit den Ansichten der modernen Psychosomatik und ist im Prinzip identisch mit der Art und Weise Krankheitssymptome als Warnungen und Hinweise zu deuten, die durch die Werke von Thorwald Detlefsen und Rüdiger Dahlke bekannt geworden ist.
Im vierten Buch ihrer um 1150 verfassten "Physika" befasst sich Hildegard mit der Heilwirkung der Edelsteine. In ihrer Einführung zu dem „Buch von den Steinen" schreibt sie: „Gott (...) ließ weder das Strahlen noch die Kräfte der Edelsteinen vergehen, denn er wollte, dass sie auf Erden geschätzt und gepriesen würden und als Heilmittel dienen."
In diesem Buch beschreibt Hildegard die Wirkungsweise und in gut verständlichen Bildern auch die Entstehungsart von 24 Steinen. Dies ist besonders bemerkenswert, da die moderne Mineralogie erst 600 Jahre später entstanden ist, und sich nirgendwo sonst in der mittelalterlichen oder antiken Literatur Hinweise in der Art und Qualität finden, wie in Hildegards Werk.
Doch auch Hildegard von Bingen geriet bald wieder in Vergessenheit, ihre Werke verschwanden in Klosterbibliotheken und blieben dort Jahrhunderte lang verborgen.
Mit dem Beginn der Aufklärung, Ende des 17. Jahrhunderts, begann auch der Niedergang der Steinheilkunde. Der Geist der Aufklärung ließ nur zu, was man rational erklären konnte. Alles andere wurde als Aberglaube abgewertet. Als Folge davon verschwand das Wissen um die „geheimen“ Kräfte der Steine in den immer existierenden Geheimgesellschaften, die vielerlei esoterisches und naturwissenschaftliches Wissen über Jahrhunderte vor der Welt verborgen hielten und so der Nachwelt überlieferten.
Heute gibt es zahllose Bücher, die sich mit dem Thema beschäftigen. In vielen Büchern finden sich allerlei Behauptungen über die – zum Teil wundersamen – Eigenschaften und Wirkungen, die Steine angeblich haben sollen. Immer neue Mineralien und Gesteine tauchen auf dem Markt auf – um der besseren Absatzmöglichkeiten willen – kurzerhand als "Heilsteine" deklariert. Dabei gibt es nur wenige Möglichkeiten, festzustellen, ob ein Stein die ihm zugesprochenen Eigenschaften tatsächlich besitzt: Selbst wenn ein Stein bei einem Menschen hervorragend geholfen hat, kann es sein, dass er einem anderen überhaupt nichts nützt. Auch ist es oft schwierig, unter all den Steinen die bei Erkältungen helfen sollen, denjenigen zu finden, der gerade zu jemanden passt. Die einzig sichere Methode ist meines Erachtens, das praktische Tun ... einfach selbst mal intuitiv nach einem passenden Stein suchen... und fühlen, wie er wirkt.